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Familienzentren in der Grafschaft Bentheim

Terhorst: Unterstützung für Familien dorthin bringen, wo sie ohnehin sind CDU-Landratskandidatin will Familienzentren in der Grafschaft Bentheim erproben

Grafschaft Bentheim. Familien stehen vor vielen Herausforderungen – von Fragen zur Entwicklung ihrer Kinder bis zur Suche nach der richtigen Beratung. CDU-Landratskandidatin Anja Terhorst möchte deshalb prüfen, wie bestehende Kindertagesstätten zu Familienzentren weiterentwickelt werden können.

„Unterstützung sollte dort erreichbar sein, wo Familien ohnehin jeden Tag ein- und ausgehen und bereits Vertrauen besteht – in unseren Kindertagesstätten“, erklärt Terhorst.

Wie das konkret aussehen kann: Eltern haben Fragen zur Entwicklung ihres Kindes und möchten sich beraten lassen. Heute müssen sie häufig selbst herausfinden, welche Stelle zuständig ist. Im Familienzentrum steht ihnen direkt in der vertrauten Kita eine feste Ansprechperson zur Verfügung. Sie führt ein erstes Gespräch, vermittelt zur passenden Fachstelle und organisiert beispielsweise Sprechstunden der Erziehungsberatung vor Ort.

Dabei sollen Erzieherinnen und Erzieher ausdrücklich nicht zusätzlich belastet werden. Familienzentren vernetzen vielmehr vorhandene Angebote – etwa Erziehungsberatung, Jugendhilfe, Frühe Hilfen oder Gesundheitsangebote – und bringen diese näher an die Familien.

Grundlage kann der 2025 entwickelte niedersächsische Qualitätsrahmen für Familienzentren sein. Er setzt insbesondere auf niedrigschwellige Zugänge, Vernetzung und eine verlässliche Koordination.

Hannover entwickelt bereits seit 2006 Kitas zu Familienzentren weiter und verfügt inzwischen über 50 Einrichtungen im kommunalen Programm.

In der Grafschaft bestehen bereits verschiedene Angebote und Anlaufstellen. Dazu gehören sieben Familien-Service-Büros des Landkreises sowie Erziehungsberatung, Frühe Hilfen und weitere Beratungsangebote.

„Deshalb möchte ich keine neue Parallelstruktur schaffen, sondern auch hinterfragen, wie die vorhandenen Strukturen organisiert sind. Wir sollten prüfen, welche Ressourcen wir besser vernetzen und stärker direkt in die Kitas bringen können“, so Terhorst.

Als ersten Schritt schlägt sie ein Modellprojekt mit ausgewählten Kitas in unterschiedlichen Teilen der Grafschaft vor. Gemeinsam mit Kommunen, Trägern und Fachstellen soll geklärt werden, welche vorhandenen Angebote und Personalressourcen eingebunden werden können und wo zusätzliche Koordination notwendig ist.

„Je früher Familien unkompliziert Unterstützung bekommen, desto größer ist die Chance, dass aus kleinen Problemen keine großen werden. Mein Ziel ist nicht mehr Verwaltung, sondern Unterstützung näher bei den Familien.“

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